Zwecklos

Gestern kaufte ich mir ein Zwecklos. Mit einer Zwecke heftete ich es an die Wand. Und wartete. Dass sich der Zweck erfülle. Klar, ich kenne den Loszweck. Habe auch einen Gewinnzweck. Ich meine: Jedes anscheinende Zwecklos hat doch seinen insgeheimen Loszweck! Oder bleibt auch ein Zwecklos zwecklos? So bin ich losgegangen, zwecks Befragung neunmal kluger Zweckmenschen. Zweckdienliche Hinweise waren der Zweck. Doch weit vom Zweck! Es mag zwar steuertechnisch zweckmässig sein, ideelle und wirtschaftliche Zwecke in vereinendem Sinn ineinander zu verschachteln. Doch ob er nun gut, erhaben, edel oder human ist, der Zweck, oder gar einem wahren oder höheren Zweck dient, war nicht zweckfrei herauszubekommen. Zwecklos jedes nachfragen und insistieren. Hmm, Ich weiss nicht. Hat der Zweck von zwecklos schlicht seinen Zweck verloren? Zwecklos zu grübeln. Vielleicht war dieses eine Zwecklos auch einfach nur Mittel zum Zweck. Ein erster, vorläufiger Zweck, damit zweckbetont, weitere Zwecke Raum greifen können. Oder die Sache hat einen ganz anderen Zweck. Es könnte sein, dass es zwecklos ist, nur dem einen Zweck zu frönen. Es bräuchte wohl mehrere Zwecke, gut sichtbare, wohl verständliche, um auch mit einem Zwecklos zweckbetont erfolgreich zu sein. Oder eine ganze Anzahl zwecklose Zwecklose. Absurdistan. Huch!

“Das Ziel als Anlass für eine Handlung wird als Zweck- oder Finalursache bezeichnet.’’ Von zwecklos und Zwecklosen steht nichts. Müsste dem guten Wikipedia wohl noch zugeführt werden, dieser Zweck, meine ich. 

Oder, vielleicht lassen wir es lieber bleiben und den Zweck einfach los. 

Mein Zwecklos hängt immer noch an der Wand. Zwecklos mir zu sagen, die Ziehung sei vorbei. Zwecklos, es gäbe nichts mehr zu gewinnen. Es bleibt mein Zwecklos. An der Wand.


Inspiriert durch den Blog von Marco Jakob zu Vereinszwecken.
https://www.marcojakob.blog/verein-mit-ideellem-zweck-und-wirtschaftlicher-taetigkeit/